Spirulina: Eigenschaften

Im Laufe der letzten Jahre sind wesentliche Anstrengungen unternommen worden, Antibakterienagentien zu entwickeln, um das Problem der zunehmenden Bakterienresistenz gegen Antibiotika zu lösen. Mehrere wissenschaftliche Studien haben die antimikrobielle Aktivität von Spirulina und ihre Extrakte offenbart, die letztendlich zu ihrer enthaltenen mehrfach ungesättigten Fettsäuren zugeschrieben wird28.

Spirulina ist in erster Linie reich an Gamma-Linolensäure (GLA), während sie auch a-Linolensäure (ALA) und Linolsäure (LA) enthält. Studien haben die antibakterielle Wirkung von Gamma-Linolensäure (GLA) gegen verschiedene Bakterienarten wie Staphylococcus aureus, E. coli, Salmonella typhi, Pseudomonas aeruginosa und Enterobacter aerogenesgezeigt.

Probiotika sind lebende Mikroorganismen, die wenn regelmäßig und in angemessenen Mengen konsumiert werden, einen gesundheitlichen Nutzen dem Verbraucher verleihen. Probiotika werden oft als Bestandteile von fermentierten Lebensmitteln verbraucht, welche speziell aktive lebende Kulturen beigefügt werden wie z.B. Jogurt, Sojabohne-Jogurt oder aber als diätetische Ergänzungen. Milchsäurebakterien (LAB) und Bifidobakterien sind die häufigsten Arten von Mikroben, die als Probiotika eingesetzt werden; aber bestimmte Hefen und Bazillen können auch hilfreich sein. Studien haben gezeigt, dass Spirulinaverbrauch zu Anstieg der LAB-Anzahl in den menschlichen Darmtube27 resultiert.

Der Konsum von Spirulina in probiotischen Milchprodukten in Verbindung mit nützlichen Mikroorganismen wie Bifidobatteria und Stämme der Gattungen Lactobacillus und Streptokokken führte nicht nur zur Stimulierung des Wachstums der Mikroorganismen, sondern auch zur Erhaltung deren Bevölkerung während der Produktelagerung7, 29, 43, 47

  • Antioxidative Wirkung von Spirulina

Die Hauptaufgabe der Antioxidantien der Lebensmittel ist das Abfangen der schädlichen freie Radikalen, welche im Körper gebildet und durch verschiedene Faktoren, wie Stress, Umweltverschmutzung und übermäßige Sonneneinstrahlung vermittelt werden. Wissenschaftlichen Studien zufolge ist die synergistische Aktion einer Vielzahl von Antioxidantien viel besser als die Aktivität eines bestimmten Antioxidantionsmittel, während Antioxidantien, die aus natürlichen Quellen stammen, bessere Bioverfügbarkeit aufweisen und sind demnach wirksamer als synthetische Antioxidantien.

Als ein 100 % natürliches Produkt und mit einem hohen Gehalt an antioxidativen Nährstoffen, wie c-Phycocyanin, Beta-Karotin, Vitamin E, Selen usw. umfasst Spirulina das Zentrum mehrerer wissenschaftlichen Studien, bei denen ihre potenzielle antioxidative Eigenschaften analysiert werden. Laboruntersuchungen haben in der Tat gezeigt, dass alkoholisches Extrakt von Spirulina  die Lipidperoxidation wirksamer hemmt als andere chemischen Verbindungen, die für ihre antioxidative Eigenschaften bekannt sind, wie z. B. a-Tocopherol, BHA (butilisiertes hydroxyanisol) und Beta-Karotin. Gleichzeitig besitzt der wässrige Auszug von Spirulina mehr antioxidative Aktivität als die der gallischen und  der chlorogenischen Säure8. Darüber hinaus stellte es sich heraus, dass Warmwasser-Extrakte von Spirulina eine grosse Fahigkeit beim Abfangen von Hydroxyl- und Lipid-freie-Radikalen8  aufweisen.

Die antioxidative Aktivität von Spirulina ist in erster Linie auf das Vorhanden von  Phycocyanin zurückzuführen.

  • Phycocyanin – ein sehr wichtiger Antioxidationsmittel

Phycocyanin ist ein Chromo-Protein, das in Spirulina in großen Mengen gefunden wird. Es ist verantwortlich für die blaue Farbe der Spirulina und besitzt  wirkungsvolle antioxidative Eigenschaften. Tatsächlich hemmt Phycocyanin die Bildung von reaktiven Sauerstoff Arten (ROS), während sie auch als ein starker ROS Fänger agieren kann. Genauer gesagt, Spirulina kann schädliche freie Radikale, wie Hydroxyl-, Alkoxyl-radikal und Peroxyl-radikal36, Peroxynitrite5– und Hypochlorite8-Ionen  abfangen und hemmt ebenso die Lipidperoxidation. Sie besitzt auch eine vorbeugende Wirkung gegen Zellzerstörung der Erythrozyten, die durch Hyperoxyl radikalen35 vermittelt wird.

Mehrere fuer die Gesundheit vorteilhafte Eigenschaften von Spirulina und Phycocyanin, die auf ihre starke antioxidative Aktivität zurückzuführen sind, werden unten dargestellt.

  • Hemmung der Lipidperoxidation

Die durch ROS vermittelte Lipidperoxidation wird als die Hauptursache der Schädigung und Zerstörung der Zellmembranen angesehen, da ein einfach initiertes Ereignis zur Umwandlung von Hunderten von Fettsäurenseitenketten in Lipid-Peroxide führen könnte, das seinerseits die strukturelle Integrität und die biochemischen Funktionen von Membranen verändern könnte. Studien haben gezeigt, dass Phycocyanin deutlich die Lipidperoxidation hemmt, welche durch zweiwertige Eisen-Kationen (Fe2+) und Ascorbinsäure37 oder Tetrachlorkohlenstoff (CCl4) 6vermittelt wird.

  • Spirulina gegen Medikamenten-induzierten oxidativen Schäden

Es gibt verschiedene Medikamente, welche durch den freien radikalen Bildungsmechanismus Nephrotoxizität und Kardiotoxizität verursachen. Studien haben gezeigt, dass die Vorbehandlung von Versuchstieren mit Spirulina oder Phycocyanin zur Hemmung der toxischen Aktivität verschiedener Arzneimittel17, 18 geführt hat.

  • Spirulina gegen Metall-induzierte oxidativen Schäden

Spirulina weist eine schützende Aktivität gegen oxidative Schäden auf, die von Schwermetallen wie Blei, Cadmium und Quecksilber vermittelt werden. Mehr spezifisch, Spirulina verringert die durch Schwermetalle vermittelte oxidative Schäden und halt das Niveau der Antioxidantien wie Kupfer, Zink, Eisen, Selen, Glutathion, Superoxid-Dismutase, Katalase und Glutathion-Peroxidase. Es zeite sich heraus, dass Spirulinabehandlung eine gut ausgeprägte Schützwirkung in Bezug auf dieser Parameter den mit Cadmium-vergifteten Ratten sowie mit Blei-vergifteten Versuchstieren verleiht, die durch Reduzierung von verschiedenen oxidativen Stress-Parameter wie Malondialdehyde, konjugiertes Dien und Hydroperoxide16, 41 zustande kommt.

  • Spirulina gegen durch körperliche Belastung ausgelöste oxidative Schäden

Spirulina Ergänzung verhindert Schäden der Skelettmuskulatur während des Trainings, welche durch die Bildung freier Radikalen induziert werden.

Klinische Studien auf 16 Studenten, die freiwillig S. Platensis zusätzlich zu ihren normalen Ernährung für 3 Wochen zu sich nahmen, haben gezeigt, dass nach dem Ende des Experimentes, der Plasmaspiegel der Malondialdehyde, die ein Lipid-Peroxidation-Produkt ist, deutlich nach Ergänzung mit Spirulina, abgenommen hatte während die Aktivität von Blut Superoxid-Dismutase (SOD) dagegen signifikant zugenommen21 hatte. Es ist auch bekannt, dass Spirulina Verbrauch aufgrund ihres Gehalts an Antioxidantien die Ausdauer erhöht und die Ermüdung verzögert.

  • Spirulina gegen Hepatotoxin-induzierte oxidativen Schäden

Es gibt bestimmte Chemikalien, die aufgrund der Bildung von freien Radikalen als hepatotoxisch anbetrachtet werden. Tetrachlorkohlenstoff (CCl4)-induzierte Hepatotoxizität bei Ratten ist dafür ein Beispiel. Es wurde gefunden, dass Phycocyanin, und damit die Spirulina, hepatoschützende Wirkung gegen CCl4-induzierte Hepatotoxizität42 aufweisen.

  • Spirulina gegen Stickstoffstress

Stickstoffstress ist ein Zustand, der eintritt, wenn die Produktion von hochreaktiven stickstoffhaltige Chemikalien wie Lachgas die Fähigkeit des menschlichen Körpers, sie zu neutralisieren und zu beseitigen, überschreitet.

Peroxynitrit (ONOO), das ein potenter physiologische anorganische Toxin5 gilt, ist für die Inaktivierung wichtiger Zielzellen bekannt und vermittelt auch oxidative Schäden in der DNA. Klinische Studien zeigten, dass Phycocyanin ONOO effizient abfängt.

  •  Spirulina gegen neuronale oxidativen Schäden

Neuere Studien bei Versuchstieren haben eine neuroschützende Wirkung von Spirulina gezeigt, der das Abfangen von freien Radikalen und im allgemeinen antioxidative Wirkung zugeschrieben wird, nicht zuletzt aufgrund der enthaltene Phycocyanin. Laut den wissenschaftlichen Studien kann die Behandlung mit Phycocyanin von neurodegenerativen Störungen wie  bei Alzheimer, Parkinson und Huntingtons Erkrankungen8, 34 wirksam sein.

 

Spirulina gegen Krebs

In Anbetracht, dass oxidativer Stress eine entscheidende Rolle bei der Verbreitung der Krebszellen spielt, die antioxidativen Eigenschaften von Spirulina , machen sie zu einem potenziellen Wirkstoff gegen Krebs. Studien haben gezeigt, dass die Verabreichung von Spirulina bei Mäusen mit Leberkrebs deutlich ihre Überlebensrate erhöhte, vielleicht wegen der starken antioxidativen Aktivität von Phycocyanin, die eine durch freie Radikale44 verursachte Verbreitung von Krebszellen verhinderte.

Laut einer anderen Studie Phycocyanin, die ein Naturprodukt ist, kann anhand deren apoptotischen Aktivität als Chemotherapeutikum gegen Tumorzellen eingezetzt werden. Die hämatopoetische Funktion von  Spirulina trägt auch ihre Anti-Krebs-Wirkung durch eine Erhöhung der Population von Immunzellen bei, und damit der verbundenen natürlichen Resistenz gegen Krebs und andere Krankheiten46.

In anderen Studien, wenn Extrakte aus Spirulina direkt in Krebstumoren injiziert wurden, das Tumorwachstum stoppte39. Schließlich hier eine Studie an menschlichen Individuen, die an oralen Leukoplakie leideten, ein Mundzustand, der normalerweise sich zu Krebs entwickelt, wenn er unbehandelt bleibt, beteiligt waren. Die orale Einnahme von Spirulina für 1 Jahr verhinderte die Krebsentwicklung in 45% der Fälle der Studienbeteiligten44. Allerdings müssen weitere klinische Untersuchungen von Menschen durchgeführt, um die genaue Anti-Krebs-Wirkung von Spirulina zu überprüfen.

DIE HIERIN ENTHALTENE INFORMATIONEN SOLLTEN NICHT ALS ERSATZ FÜR DIE BERATUNG EINER ENTSPRECHEND QUALIFIZIERTEN UND LIZENZIERTEN ARZT ODER ANDERE MEDIZINISCHE VERSORGUNG-ANBIETER VERWENDET . DIE ANGABEN HIER SIND NUR FÜR BILDUNGS- UND INFORMATIONSZWECKEN, BASIEREND AUF DER  INTERNATIONALEN LITERATUR UND SOLLTEN IN KEINER WEISE ALS ANGEBOT MEDIZINISCHER RAT ANGESEHEN WERDEN.

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